Was? Die Probestunde kostet?
- Evelyn Aubert & Sunil K.R.
- 18. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Früher, als noch nicht so viele Yogalehrer auf dem Markt waren wie heute, war es ok eine gratis Probelektion anzubieten. Konnte man so doch die Hemmschwelle, "mal Yoga auszuprobieren" etwas senken. Unsere Meinung dazu hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Und das aus legitimen Grund.
Durch die niederschwelligen Yogaausbildungen hat es sehr viele Yogaangebote und fast jeder hat schon mal Yoga ausprobiert. Es ist also nichts exotisches mehr. Wenn nun also neue Yogaschüler überall "gratis" reinschnuppern können, dann kann man locker mal bei allen Lehrern in der Gegend kostenlos 2 bis 3 oder mehr Monate rumtesten, ohne je einen Franken dafür zu bezahlen. Das ist nur lukrativ für eine Seite.
In keiner anderen Branche, kann man einfach mal so ein gratis Angebot testen und dann entscheiden ob man wieder kommt. Man stelle sich vor man macht das beim Friseur, beim Nagelstudio, beim Handwerker, in der Hundeschule usw. Da käme gar niemand je auf die Idee oder?
Neulich bin ich wieder über einen Text von Selvarajan Yesudian gestolpert, in dem er beschreibt, wie er in Ungarn für seine erste Lektion Yogaunterricht nichts verlangte obwohl die Schüler etwas dafür geben wollten. Als Elisabeth Haich dies hörte, sagte sie zu ihm, das dies in Indien vielleicht geht, aber bei uns im Westen wird etwas das "Nichts" kostet immer "Geringgeschätzt".
So sollten auch Yogalehrer ohne schlechtes Gewissen für eine Probelektion etwas verlangen, damit nicht die gesamte Branche "Geringgeschätzt" wird. Gerade in der heutigen Zeit von Grosskonzernen wie Amazon, Temu, Shein und wie sie alle heissen, wo Masse statt Qualität gewünscht ist, sollten wir aus yogischer Sicht selbstsicher und mutig sein, dem Strom entgegen zu schwimmen und unseren eigenen Wert erkennen.




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